Der Vorstand der EURVAPOR posiert am
17.11. 2012 auf der Lok Be 4/4 14 zum 50-Jahr-Jubiläum. Bild F. Heinze
Der Jubiläumszug in Lotttetten. Bild H. Kneuss
50 Jahre Einsatz für die Erhaltung alter Dampflokomotiven
Jubiläumsfeier am 17. November 2012, zur Gründung der EURVOAPOR vor 50 Jahren
Am Samstag 17. November 2012, begaben sich 75 Eisenbahnbegeisterte
von Romanshorn aus auf die Fahrt mit einer Nostalgieeisenbahnkomposition
zu einem Besuch beim Verein „Dampfzentrum Winterthur“. Anlass dafür war
das 50-Jahre-Jubiläum des Vereins Eurovapor, in dem die „Lokremise
Sulgen“ heute federführend ist.
von Fritz Heinze, Steinach
Die „Lokremise Sulgen“ ist als letzte noch verbliebene Sektion von Eurovapor in
sich erstarkt. Sie hat sich stets um die Zielsetzungen der Gründer bemüht, wenn
auch die Umsetzung für einen Verein ihrer Grösse nicht immer einfach ist, meist
fehlen dafür die finanziellen Mittel. Dieser runde Geburtstag wurde denn auch von
Sulgen aus organisiert. Präsident Gerd Hilligardt und sein Vorstandsteam waren
mit Erfolg bemüht, trotz gewissen Widerwärtigkeiten, es fehlte leider eine dampf-
betriebene Lok, einen Anlass zu organisieren, der bei den Anwesenden Beifall
fand und, mit dem Besuch des „Dampfzentrums Winterthur“, eine würdige
Geburtstagsfeier gab.
Ihrer Zeit voraus
Vor 50 Jahren gründeten zwölf Dampflokfans in Basel den Verein Eurovapor. Ziel der
Vereinigung war es, Dampflokomotiven als technisches Kulturgut der in Europa zu
Ende gehenden Dampflokomotiv-Ära zu retten und diese als Zeugen der Entwicklung
im Eisenbahnsektor der Nachwelt zu erhalten. Mit diesen Zielsetzungen war die Eurovapor
in den Sechzigerjahren ihrer Zeit voraus, die Perspektiven waren weitblickend und auch
erstmalig. Der Blick über die fünf Jahrzehnte zurück belegt aber, dass gross angelegten
Vereinigungen längerfristig strukturelle Probleme erwachsen. Unterschiedliche Ansichten
in den einzelnen Sektionen hatten dazu geführt, dass in der Eurovapor, die über Unter-
gruppierungen sowohl im Inland als auch im Ausland verfügte, der Zusammenhalt für
die Erreichung der gesteckten Ziele fehlte. Die Sektionen trennten sich von der Dach-
organisation. Das Fazit nach 50 Jahren Eurovapor fällt dennoch positiv aus, wird doch
die Idee der Erhaltung alter Dampflokomotiven sowohl in Sulgen als auch in den heute
selbständigen Vereinen im In- und Ausland noch immer zielstrebig verfolgt.
Enge Verbindung zu Arbon
Nun war es sowohl der Tag der Eurovapor als auch derjenige der Lokremise Sulgen.
Organisiert durch letztere ging es an der Jubiläumsfahrt von St.Gallen nach Winterthur –
Schaffhausen – Kreuzlingen und zurück nach Romanshorn und weiter nach St.Gallen.
Die nostalgische Komposition wurde von einer Be 4/4 14, ehemals Bodensee-Toggenburg-
Bahn, gezogen und mit dem Triebwagen RBe 4/4 verstärkt. Mit dem Fotohalt auf dem
Bahnhof Lottstetten entsprachen die Organisatoren einem Bedürfnis der Teilnehmenden.
Die Tatsache, dass im Gründungsvorstand vor 50 Jahren mit Hansruedi Scherer ein
Arboner als Präsident den Verein führte sowie drei weitere Vorstandsmitglieder aus der
Ostschweiz stammten, belegt, dass die Eurovapor schon damals und heute mit der
letzten noch verbliebenen Sektion in Sulgen eng mit der Ostschweiz verbunden ist. Die
aktuelle Situation im Verein Eurovapor hält die Verbindung zu Arbon aufrecht mit dem
technischen Leiter Johann Gröbli, dem profilierten Dampflokfahrer sowie weiteren Vereins-
mitgliedern. Im Rahmen des Besuchs beim Verein Dampfzentrum in Winterthur liess
Vereinspräsident Gerd Hilligardt in seiner Festansprache die Vereinsgeschichte Revue
passieren. Zum Schluss dankte er allen Eurovapor-Mithelferinnen und Mithelfern für ihren
Einsatz in der Freizeit zu Gunsten der Erhaltung der Nostalgie auf Schienen.
Es warten grosse Aufgaben
Zufrieden zeigte sich mit dem reibungslosen Verlauf der Jubiläumsfahrt Koordinator
Hansueli Kneuss aus Weinfelden. Das halbe Jahrhundert ist nun gefeiert. Doch für die
nächsten Monate warten auf die Sulgener Eisenbahnfreunde noch grosse Aufgaben.
Es stehen die Fertigstellung der Dampflok C5/6 an, die Revision und Umfärbung des
Triebwagens „Tino“ sowie die Reparatur der Dampflokomotive Rosa, die bis zum Beginn
der kommenden Saison wieder fahrbereit sein muss.