Das Ausrohren des Kessels ist eine mühsame Arbeit. Bild F. Heinze
Demontierte "Rosa" in Heiden. Nov. 2012.
Bild F. Heinze
Kesselrevision der Dampflok Rosa
Im nächsten Sommer wieder unter Dampf
Nach dem Defekt an der Dampflokomotive „Rosa“ haben die Reparaturarbeiten
begonnen. Die Lokomotive soll anfangs kommender Saison wieder bereit für die
Fahrten nach Heiden sein.
von Fritz Heinze, Steinach im November 2012
Seit bald zwei Wochen steht die Dampflokomotive „Rosa“, offizielle Bezeichnung
Eh 2/2, in der Werkstätte der Appenzeller Bahn in Heiden. Im vergangenen Sommer
musste sie mitten in der Saison mit der Diagnose „durchgerostete Siederohre
und Deckenanker“ aus dem Verkehr genommen werden. Für die Betreiber, der
Gruppe „Lokremise Sulgen“, ein harter Schlag und für die Dampflokfans eine
Enttäuschung, dass auf die drei Fahrten bis Saisonende 2012 verzichtet werden
musste. Rund 50‘000 Franken wird die Reparatur mit der umfassenden Prüfung
des Dampfkessels die Gruppe kosten. Der finanzielle Aspekt führte darauf hin zu
Diskussionen über den Weiterbetrieb des Dampfzugs auf der Strecke Rorschach-
Heiden. Im Vorstand der Eurovapor-Gruppe in Sulgen zeigte man sich aber nicht
bereit, widerstandslos die traditionelle Dampfbahnstrecke aufzugeben.
Ausgeführt von Spezialisten
Kurz vor Beginn der ins Auge gefassten Arbeiten war von Vorstandsmitglied
Hansueli Kneuss konkret zu erfahren: „Der Startschuss für die Revision ist gefallen,
im Frühling zu Saisonbeginn muss die „Rosa“ wieder fahren!“ Die ganze
Reparatur werde vor Ort durch die Firma Demian Soder in Dintikon ausgeführt,
deren Spezialgebiet Arbeiten an Dampflokomotiven ist. Inzwischen ist der Führerstand
der sonst so schmucken Dampflokomotive abgebaut, sogfältig sortiert liegen
die einzelnen Teile in der Werkstätte in Heiden ausgebreitet. Beschäftigt mit den
Ausbauarbeiten waren Elias Diessel von der Firma Demian Soder und
Hanspeter Leu von der „Lokremise Sulgen“. Sie mussten die über 100 Siederohre
mit einer Länge von 2.30 Meter aus dem Dampfkessel entfernen. Die Aufgabe
der Rohre ist es, den durch die Hitze produzierten Dampf zu transportieren.
Hanspeter Leu nahm sich im Anschluss an diesen Ausbau der Innenentrostung
des Dampfkessels an. Mit einer Schutzmaske ausgerüstet arbeitete er im Kessel,
in dessen Inneres er nur dank seiner schlanken Figur gelangen konnte.
Komplett revidiert
Als nächster Arbeitsschritt werden in Dintikon die Siederohre hergestellt. Mittlerweile
inspizierte Regionalinspektor Felix Heer, Walzenhausen, den Dampfkessel
und alle betriebswichtigen Teile. Bei der Kontrolle kam auch ein Ultraschallgerät
zum Einsatz zur Feststellung der Materialstärke. Mit dem positiven Befund der
Inspektion dürften sich die Reparaturkosten im oben erwähnten Rahmen halten.
Die Dampflokomotive „Rosa“ wird also in der kommenden Saison mit einem komplett
revidierten und reparierten Kessel ihre Fahrgäste zum Ausserrhoder Kurort
Heiden hinauf befördern.