Classic Bodensee
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DAS ENDE DER DAMPFSCHIFFE – MODERNISIERUNG DER FLOTTEN

Die DB stellt in den Jahren 1957 und 1958 die Lindauer Neubauten MB Milan und MS Grünten (ab 1964 MS Lindau) in Dienst, die die Dampfer München und Bavaria II ablösten. Das MS Allgäu war bereits 1954 auf Voith-Schneider-Antrieb umgebaut worden und wurde nun häufig im Kursverkehr eingesetzt.

Auch die Konstanzer Stadtwerke vergrößerten ihre Fährschiff-Flotte mit den Schiffen Konstanz II (Bodan) (1939), Linzgau (1952), Thurgau (1954), und Hegau (1957) und verfügten 1960 bereits über sechs Motorfähren. 1940 hätte der Hafen Friedrichshafen ein Motorschiff „Stuttgart" von der Größe des MS Allgäu erhalten sollen. Der Krieg verhinderte dies. 1960 war es dann soweit. Das MS Stuttgart, gebaut auf der Bodan-Werft in Kressbronn nahm seinen Dienst auf und ersetzte den SD Lindau, der 1946 nach Friedrichshafen verlegt worden war.

Am 1. April 1960 ging eine beeindruckende Schiffskarriere zu Ende. Das Konstanzer SD Zähringen wurde nach 72 Dienstjahren ohne nennenswerte Zwischenfälle ausgemustert. Als Ersatz wurde das MS Kempten von Lindau nach Konstanz verlegt. Zusätzlich erhielt der Hafen Konstanz 1960 das SD Hohentwiel das den SD Stadt Meersburg ersetzte und 1961 den Neubau MS Reichenau das die Namensvorgängerin ablöste.

Am 18. November 1961 kam es in der Bodan-Werft in Kressbronn zu einem schweren Explosionsunglück. Dabei wurde der DB-Neubau MS München schwer beschädigt und konnte erst drei Monate später in Dienst gestellt werden. Das schon zur Ausmusterung anstehende SD Hohentwiel wurde für die Saison 1962 noch einmal angefeuert und erst am 1. November ausgemustert. Mit dem Neubau MS Konstanz 1964, das das letzte deutsche Dampfschiff Stadt Überlingen II ersetzte wurde das Neubauprogramm der DB beendet.

In den Jahren 1963 – 1969 wurden neun kleinere und mittlere Motorschiffe und -boote ausgemustert. Dies waren die Schiffe Mettnau (1963), Hegau (1964), Mainau (1965), Ravensburg (1967), Augsburg (1968), Radolfzell (1968) und Höri (1969) und die Boote Reutin (1964), Forelle (1964) und Hecht (1964). Grund dafür war vor allem der Wegfall von Schiffskursen im Lokalverkehr und auf dem Untersee. Außerdem wurde seit den 50er Jahren der Kursverkehr im Winterhalbjahr immer weiter ausgedünnt. Mit dieser deutlichen Verkleinerung der Flotten werden auch die Schiffswerften in Lindau (1961) und Konstanz überflüssig und geschlossen.

Die SBB stellte 1958 die Motorfähre Romanshorn in Dienst und 1966 die Auto- und Eisenbahnfähre Rorschach, die die DB 1984 als MF Friedrichshafen charterte. Am 29.05.1976 wurde der letzte Eisenbahntrajektverkehr auf der Strecke Friedrichshafen-Romanshorn eingestellt. Die Fähre "Schussen" war noch bis 1983 als Autofähre im Einsatz. Außerdem stellte die SBB 1967 das schweizerische Flaggschiff MS St. Gallen in Dienst, das den letzten schweizerischen Dampfer Rhein III ablöste. (SD St. Gallen wurde 1960 ausgemustert)

Die Schaffhausener erweiterten 1965 ihre Flotte mit dem MS Thurgau und dem Rundfahrtenboot Ursula. Am 24. Mai 1967 trat der GD Schaffhausen als damals letztes Dampfschiff auf dem Bodensee seine letzte Fahrt zum Abwracken nach Romanshorn an. 1970 erhielt Schaffhausen ein neues MS Schaffhausen.

Die ÖBB hatten 1954 nach erfolgreicher Instandsetzung des MS Österreich den SD Bludenz außer Dienst gestellt und ersetzten 1965 ihr letztes Dampfschiff Stadt Bregenz durch das MS Vorarlberg, einem Dreideck-Motorschiff ähnlich den Schiffen Stuttgart und München.

Auch die Konstanzer Fährflotte wuchs in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts an. Das MF Fritz Arnold ersetzte das MF Meersburg I ex Konstanz I. Das MF Fontainebleau ersetzte 1970 das MF Konstanz (II) und das MF Konstanz III ersetzte 1975 das MF Meersburg II ex Bodan.

In den 70er Jahren ging der Lokalverkehr zwischen Lindau und dem Strandbad Eichwald so stark zurück, das er eingestellt wurde. Seit 1977 gibt es im Winter keinen Kursverkehr der Weißen Flotte mehr. Bis 1973 wurde die Strecke Konstanz-Meersburg ganzjährig befahren. Die Nachfrage nach Rundfahrten nahm dagegen zu, so dass die kleinen Motorboote der Raubvogelklasse nicht mehr genügten.

1980 erweiterte die DB ihre Flotte um das MS Mainau II, das zunächst zwischen Meersburg und der Insel Mainau verkehrte und 1989 nach Lindau verlegt wurde. Im gleichen Jahr (1989) erwarb die DB das MS Uhldingen für den Hafen Konstanz.

1984 kaufte der neugegründete Verein „Internationales Bodenseeschiffahrtsmuseum" das 1965 zum Segelheim in Bregenz gewordene SD Hohentwiel und rettete es vor der Verschrottung. Das Schiff wurde restauriert und in den Originalzustand von 1913 zurückversetzt. 1990 lief das Dampfschiff zu seiner zweiten Jungfernfahrt aus. Es wird heute von der Hohentwiel-Schiffahrtsgesellschaft mbH betrieben, die die "Hohentwiel" zu Rund- und Charterfahrten einsetzt.

 
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