GESCHICHTE DER SCHIFFFAHRT AM BODENSEE
(Mit freundlicher Unterstützung von www.bodenseeschifffahrt.de)

DIE BODENSEE-SCHIFFFAHRT IM ERSTEN WELTKRIEG
Dann brach in Europa der Erste Weltkrieg aus und verhinderte die Indienststellung weiterer Dampfer am Bodensee. In den Kriegsjahren 1914 -1918 ging der Personenverkehr drastisch zurück. Besonders im Oberseelängsverkehr und in den Verbindungen zwischen dem deutschen und dem schweizerischen Ufer war dies deutlich. Ein großer Teil der Schiffe musste stillgelegt werden. Besonders betroffen war die Schaffhausener Dampfboot AG, die einen Verkauf ihrer Flotte erwog.
Das Ende des Ersten Weltkrieges war mit zahlreichen Veränderungen für die Bodenseeschifffahrt verbunden.
Es gab keine Monarchien in Deutschland und Österreich mehr und die Länderbahnen wurden 1920 dem Reichsverkehrsministerium in Berlin unterstellt, bis sie 1924 von der Deutschen Reichsbahn übernommen wurden. Für die deutschen Bodenseeschiffe waren jetzt die Reichsbahndirektionen Augsburg (für Lindau), Stuttgart (für Friedrichshafen) und Karlsruhe (für Konstanz) zuständig.
Die österreichische Schifffahrt wurde bereits 1919 von den neu gegründeten Österreichischen Bundesbahnen übernommen. Bei den schweizerischen Gesellschaften gab es keine Änderungen. Die Deutsche Reichsbahn verfügte nach der Übernahme der Länderbahnen über 19 Dampfschiffe. Die Dampfer Ludwig II und Christoph II wurden nicht mehr übernommen und 1920 ausgemustert. Die Österreichischen Bundesbahnen verfügten noch über sechs Dampfer, das GD Habsburg wurde 1921 verkauft.
Die Flotte der Schweizerischen Bundesbahnen bestand aus fünf Schiffen, nachdem die Dampfer Thurgau 1912 und Zürich 1919 ausgemustert worden waren. Die Schaffhausener Dampfboot AG hatte nach dem Krieg fünf Dampfschiffe im Dienst, das GD Arenaberg war 1918 ausgemustert worden, das SchD Stadt Radolfzell ex Caroline war von der Stadt Radolfzell 1921 für den Unterseeverkehr gekauft worden.
Das Kriegsende und der Wegfall der Monarchien in Deutschland hatte auch eine größere Umtaufaktion bei den Konstanzer, Lindauer und Bregenzer Schiffen zur Folge. In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts stieg das Verkehrsaufkommen, besonders in den Sommermonaten kräftig an. Nicht mehr der Lokal- oder Güterverkehr bestimmte die Schifffahrt, sondern der aufstrebende Tourismus an den Bodensee.