GESCHICHTE DER SCHIFFFAHRT AM BODENSEE
(Mit freundlicher Unterstützung von www.bodenseeschifffahrt.de)
DIE EISENBAHN KOMMT AN DEN BODENSEE
Anfang der fünfziger Jahre baute die Schweizerische Nordostbahn-Gesellschaft die Bahnlinie Winterthur-Romanshorn und damit den Hafen Romanshorn als Endpunkt. Die ersten beiden Schiffe dieser Bahngesellschaft waren die großen Glattdeckdampfer Thurgau und Stadt Zürich.
1856 kam es zum Zusammenschluss der beiden Schweizer Gesellschaften und die Nordostbahn übernahm die Schaffhausener Schiffe. Der Rheinverkehr wurde noch bis 1863 betrieben, dann aber wegen der neuen Eisenbahnlinie eingestellt.
Aber bereits 1864 wurde in Schaffhausen die neue Dampfbootgesellschaft für Untersee und Rhein gegründet, die bis heute besteht. Mit den Dampfern Arenaberg, Rheinfall und Schweiz nahm sie 1864 den Schiffsverkehr nach Konstanz wieder auf.
In den Jahren 1854 – 1863 erreichte die Eisenbahn in Friedrichshafen, Lindau und Konstanz den Bodensee. Damit wurden die Schifffahrtsgesellschaften in Lindau, Friedrichshafen und Konstanz von den jeweiligen Länderbahnen übernommen, welche die bestehenden Schiffsparks weiter vergrößerten.
Im Jahr 1861 forderte der immer größer werdende Schiffsverkehr auf dem Bodensee seine ersten Opfer.
Am 11. März wurde der bayrische Dampfer Ludwig im Sturm vom Romanshorner GD Stadt Zürich gerammt und versenkt. Drei Personen überlebten, 13 wurden getötet. Der Dampfer Stadt Zürich wurde zwar beschädigt blieb aber schwimmfähig. Als Folge dieses schweren Unfalls wurde die Signalbeleuchtung der Schiffe verbessert und allgemein verbindliche Schifffahrtsregeln aufgestellt.
Der Dampfer Ludwig wurde 1863 gehoben und von einer Rorschacher Firma wieder in Betrieb genommen bis er in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts erneut sank und nach der Hebung verschrottet wurde.
Der nächste schwere Unfall betraf den bayrischen Dampfer Jura, der 1863 als Ersatz für den gesunkenen GD Ludwig erworben worden war. Die „Jura" wurde am 12. Februar 1864 ebenfalls vom GD Stadt Zürich gerammt und vor Güttingen versenkt. Diesmal konnten bis auf drei Menschen alle gerettet werden. Der Dampfer Stadt Zürich, von einigen als „Teufelsschiff" bezeichnet , wurde daraufhin von abergläubischen Reisenden gemieden.
1869 wurde die Schaffhausener Schifffahrtsgesellschaft von einem schweren Unglück getroffen. Am 20. Dezember explodierte der Kessel des Dampfers Rheinfall vor Berlingen. Fünf Menschen und drei Stück Vieh wurden getötet. 1871 wurde das Schiff gehoben und als GD Neptun wieder in Fahrt gesetzt.
Die Eisenbahn beeinflusste auch weiterhin die Bodenseeschifffahrt. Ab 1869 wurden in den grossen Bodenseehäfen Trajektanstalten eröffnet. Man baute antriebslose Trajektkähne die von den Kursdampfern gezogen wurden und mit denen Eisenbahnwaggons über den See transportiert werden konnten. Daneben wurde auf der Strecke Friedrichshafen – Romanshorn eine neue Dampffähre „Dampftrajekt I" eingesetzt. Dieses über 70 Meter lange Fährschiff konnte 18 Güterwaggons aufnehmen. Es wurde aber bereits 1874 aus wirtschaftlichen Gründen wieder ausgemustert und abgebrochen. Eine zweite Trajektfähre „Dampftrajekt II" zwischen Lindau und Romanshorn wurde 1874 in Dienst gestellt und erst 1924 ausgemustert.










