Classic Bodensee
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PRESSEMITTEILUNGEN

Pressemitteilung Classic Bodensee 31. Juli 2011

Der Hunter – ein Klassiker in der Luft

Altenrhein. Der Hawker Hunter ist eine Legende der Lüfte. Ihn zu pflegen und weiterleben zu lassen ist das Ziel des Fliegermuseums Altenrhein. Wie lange die Jagdflugzeuge noch betrieben werden können, ist ungewiss. Dennoch stecken die Hunter-Freunde viel Arbeit und Herzblut in deren Wartung und die Überlieferung der bewegten Geschichte der Jets. Zu sehen ist dies an den Erlebnistagen, organisiert vom Museen-Netzwerk Classic Bodensee.

Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Hawker Hunter in der Schweiz zu einem Nostalgieflug abhebt, wie es etwa 50 Mal jährlich geschieht. Im Zuge der Armeereform 95 hätte beinahe die Schrottpresse der Existenz der Armeeflugzeuge hierzulande ein Ende gesetzt. Hunter-Freunden wie Paul Ruppeiner und seinem Chef-Mechaniker Ernst Flessati vom Swiss Hunter Team ist die Rettung zu verdanken. Viele Anläufe und ein langer Atem seien nötig gewesen. „Wir gelangten sogar an den Bundesrat“, sagt Ruppeiner. Nach zähem Ringen habe dann auch die Regierung erkannt, dass es den Fans des Hunters darum gegangen sei, „etwas Schönes und Einmaliges zu erhalten.“ Die Hunter kamen in zahlreiche Museen in der ganzen Welt – und vier von ihnen sind aktuell im Fliegermuseum Altenrhein zu sehen. Darunter ist auch ein Patrouille-Suisse-Hunter. Mit einer Sammelaktion haben Hunter-Freunde aus der Schweiz vor zwei Jahren das Flugzeug, das in Privatbesitz war, vor dem Verkauf ins Ausland gerettet.

Ein Teil Schweizer Armeegeschichte

Das Modell Hunter ist eng verknüpft mit der Geschichte der Schweizer Kunstflugstaffel. So wurden die ersten Vorführungen der Patrouille Suisse im Jahr 1964 anlässlich der Expo in Lausanne mit Huntern geflogen. Der Hawker Hunter steht zugleich für die Aufrüstung der Schweiz im Kalten Krieg. Alleine im Jahr 1958 schaffte die Schweiz 100 Hunter-Kampfflugzeuge an und später wurden nochmals 60 in der Schweiz montiert. Der Hunter ist aber auch eng mit der Geschichte des Fliegermuseums verbunden. Denn die Jets wurden bis zuletzt in Altenrhein gewartet – und als sie ausgemustert wurden, standen die damaligen Wartungshallen leer. Als sich Besitzer weiterer historischer Flugzeuge bereit erklärten, ihre Schmuckstücke in die Hallen zu zügeln, formierte sich auch der Verein, der seit 1994 das Museum betreibt.

Die Arbeit vieler ehrenamtlicher Helfer ist wichtig, um die kleine Flotte betriebsfähig zu halten. Denn die Wartung der Hunter ist aufwändig – von den Kosten ganz zu schweigen. Einerseits werden die Ersatzteile immer teurer, weil es immer schwieriger wird, sie zu beschaffen. Andererseits ist Hunter nicht gerade ein Synonym für treibstoffsparend. Der Treibstoff für einen einzigen Flug kostet an die 5000 Franken. Gerade die Schwierigkeit, an Ersatzteile zu kommen, wird wohl irgendwann dazu führen, dass keine Hunter mehr abheben können, befürchtet Ruppeiner.

Doch was macht den Hunter in der Luft so besonders und rechtfertigt den Aufwand? „Er ist in der Luft sehr ausgewogen und harmonisch zu fliegen“, sagt Ruppeiner. „Das Steuer ist sehr fein und jede Flugbewegung extrem gut spürbar.“ Ruppeiner weiss, wovon er spricht, blickt er auf jahrzehntelange Erfahrung und über 1000 Flugstunden mit diesem Flugzeug zurück. Zudem sei der Hunter einer der letzten Jets, die von Hand gezeichnet und berechnet worden seien. Ruppeiner vergleicht die Linienführung mit jener „eines Künstlers.“

Geschichte hautnah erleben

Es sind Vergleiche wie dieser, Geschichten wie jene der Rettung des Patrouille-Suisse-Hunters vor dem Verkauf ins Ausland, welche die Faszination für den Hunter beschreiben. Das Fliegermuseum Altenrhein trägt dazu bei, dass die Legenden der Lüfte nicht in Vergessenheit geraten. Als Teil des Vereins Classic Bodensee lädt das Museum, wie auch der Autobau sowie das Locorama in Romanshorn und das Saurer Museum in Arbon, am 7. August zum Erlebnistag. Mit nur einem Ticket stehen die Türen sämtlicher Museen offen. Zudem kann mit der Dampflok Rosa eine Nostalgiefahrt auf der Linie Rorschach – Heiden genossen werden. Das Billet, das zum Eintritt in alle Museen berechtigt, kostet 15 Franken (Kinder bis 16 Jahre zahlen in Begleitung Erwachsener nichts), eine einfache Fahrt mit der Rosa ist inklusive. Der letzte Erlebnistag in diesem Jahr findet am 4. September statt.

(Text: Sabrina Dünnenberger)

 
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